Ein Beitrag von Tina Krell

»Nicht anklopfen!« Oder doch? Ein Abend vor dem Radio. Genüsslich gibt man sich dem medialen Konsum hin. Doch da funkt einer ständig dazwischen, und zwar niemand geringeres als der Frankfurter Professor Theodor W. Ein Mini-Hörspiel zu internalisierten Ideologien und dem Umgang mit der Störung.


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Ausgestrahlt in: Hörigkeit. Medium und Ideologie

Bild: (cc) TV Static Screenshot 2 von Justin March

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Was verbindet Nikita Chruschtschew mit einem Schallplattenspieler? Der eine ist ein Apparat, der andere ein Apparatschik. Auch sonst haben beide viel miteinander zu tun: Jede politische Führung benutzt Medien, um ihre Ideologien zu verbreiten. Heute noch scheint zu gelten: Wer sich am besten auf die Medien einlässt, gewinnt Wahlen. Das bewiesen Obamas SMS-Kampagne oder Medienkanzler Gerhard Schröder. Ob Schallplatte, Radio, Fernsehen, Internet – sie alle dien(t)en als Vehikel für politische Botschaften. Doch wenn Ideologien die Inhalte der Medien formen, inwiefern formen Medien die Inhalte von Ideologien? Lassen sich Inhalt und Form hier überhaupt trennen? Zum Beispiel: Warum gab es einen Volksempfänger, aber keinen Volkssender?

Die 30. Ausgabe der Kulturwelle ist dem akustischen Medium gewidmet, das Hörende und mitunter auch Hörigkeit erzeugt. Dazu berichten wir über den Krugozor, ein Schallplattenmagazin in der Sowjetunion, das neben Leninreden und Reportageliedern immer auch begehrte Westmusik enthielt. Beim Aufspüren von Ideologie(n) wird uns Theodor W. Adorno helfen, während Adorno-Archivar Michael Schwarz erklärt, warum der Frankfurter Philosoph den Rundfunk so schätzte. Im Studio begleitet uns der Medienwissenschaftler Dr. Jan Claas van Treeck durch alle Verflechtung von Ideologie(kritik) und medialen Konstellationen.

Eine Sendung von Johanna Tirnthal und Jürg Andreas Meister

 

 

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In die digitalisierten Ausgaben als auch der dazugehörigen Musik des Krugozor könnt ihr hier eintauchen: http://www.krugozor-kolobok.ru/

Wer gerne tiefer in Adornos Gedanken einsteigen möchte, dem sei ein Besuch des Theodor W. Adorno Archivs im Walter Benjamin Archiv der Akademie der Künste (Berlin) empfohlen. Informationen zum Archiv findet ihr hier.

Wem die Musik der Sendung gefallen hat, der kann die Künstler Benjamin Geyer und Nils Wrasse am 20. Mai 2015 im Jazz-Café Noymann Miller in der Nähe des Innsbrucker Platzes live sehen.

 

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Radio hören geht für die meisten so: Knopf drücken bzw. drehen und schon dudelt aus der kleinen Kiste, was der Äther so hergibt. Doch lange Zeit war man dankbar für jedes Klangfitzelchen – anfangs sogar jedes Knacken -, welches man übertragen konnte. Lange vergessen sind auch die Tage, in denen der Rundfunk als Massenmedium so neu war, dass viele Leute Visionen oder ganze Utopien mit seiner Verbreitung verknüpften, die bis zum Ringen um die Hoheit im Äther durch Piratenradios in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkten. In der sechsten Radiosendung der KulturWelle suchen wir nach den Geschichten, die das Radio selbst geschrieben hat. Von seiner Entdeckung und Entwicklung bis zu seiner Verbreitung und Wiederaneignung sind es immer Praktiker, keine Theoretiker, die das Medium vorangebracht haben. Guglielmo Marconi, Hans Bredow oder den Radiopiraten widmen wir Stationen auf unserem Parcour durch die Geschichte, bei der uns Prof. Christian Kassung begleitet. Er selbst ist als gelernter Physiker und enthusiastischer Hobbybastler ein weiterer Praktiker in unserer Reihe, der aber auch über die Technik hinaus Radiogeschichte in einen breiteren Kontext stellt.

Eine Sendung von Sebastian Schwesinger

 

 

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Gute Bastelanleitungen zum Selbst-Radiobauen findet ihr hier und hier.

Vielfalt der WissensformenPiradio – Hörspielkino

 

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Die erste Sendung der KulturWelle widmet sich dem Themenschwerpunkt der Geburt der Kriminalistik. Die ungebrochene Faszination von Kriminalliteratur und -filmen gibt Anlass, nach ihren Ursprüngen zu fragen. Die Nachwuchswissenschaftlerin Deborah Zehnder steht uns Rede und Antwort zu kriminalistischen Methoden und ihrer literarischen Verarbeitung im 19. Jahrhundert. Dazu hören wir ausgewählte Beiträge, die in ihrem Seminar entstanden sind. Darüber hinaus gibt es – wie ab sofort immer im Magazin – die kulturwissenschaftliche Perspektive auf die Welt in der Rubrik »Kulturwissenschaftliche Takte« und eine Vorstellung von Kulturwissenschaftlern in freier Wildbahn in »Der Blick nach vorn«. Dazu spielen wir jede Menge Musik und liefern euch ein paar Veranstaltungen, die ihr in den kommenden Wochen nicht verpassen solltet.

Eine Sendung der Redaktion

 

 

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