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Alle Magazinsendungen

Alle Afterhour-Sendungen

Die Kulturwelle ist tot, es lebe die Afterhour – das ist unser Motto während der letzten Monate gewesen. In dieser Sendung außer der Reihe wollen wir unsere bewährte Magazinsendung nun noch ein letztes Mal wiederbeleben, um diesem Vorläuferprojekt einen würdigen Abschied zu bereiten. Wir fragen noch einmal, gemeinsam mit früheren Mitstreiter*innen, welche Visionen am Anfang dieses »kultur-wissenschaftlichen Radiomagazins« standen und welche (zum Teil überraschenden) Umsetzungen sie im Laufe der Jahre erfahren haben. Wir graben unsere Lieblingsschnipsel aus und erinnern uns an die schönsten Sendemomente. Wir schauen aber auch nach vorn, um herauszufinden: Was bleibt von der Kulturwelle und an welche Ufer mag sie noch anbranden?

Eine Sendung der gesamten Redaktion

 

 

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Bild: von

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Ein Beitrag von Neela Janssen
Viele Methoden der Pränataldiagnostik gehören bereits heute wie selbstverständlich zu einer Schwangerschaft in Deutschland dazu. Das Ziel der Untersuchungen ist dabei klar: Man möchte ein gesundes Kind zur Welt bringen und dabei schon in der Schwangerschaft alles für eine sichere Zukunft des Babys tun.

Eine besonders ambivalente Rolle nimmt dabei der Arzt ein: Ist er nun entziffernder Experte oder reines Sprachrohr für medizinische Daten, Produzent oder Medium von Zukunftswissen? In welchem Verhältnis steht er zu den hoffnungsvollen Eltern, dem geheimnisvollen Labor, der auf Zukunft gerichteten Gesellschaft? Lassen sich hier vielleicht sogar Echos antiker Orakel, ja der alttestamentlichen Propheten erkennen?

Ein Beitrag über aktuelle Techniken der Pränataldiagnostik und ihre Parallelen in vormodernen Techniken der Vorhersage.

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Ausgestrahlt in: »Vor-Sicht! Vor-Sorge!« – Über das Wissen, Gestalten und Verhindern von Zukünften

Bild: The Crystal Ball von John William Waterhouse

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Ein Beitrag von Maria Dubova

In den frühen 1960er Jahren geht in der Sowjetunion zum ersten Mal ein buntes Heft von Hand zu Hand. In die Bindung sind papierdünne, abspielbare Flexidiskplatten eingelassen: Die Schallplatten-Rundschau, russischer Titel Krugozor.

Einmal aufgeschlagen, präsentierte das multimediale Magazin den Lesern und Zuhörern eine seltsame Mischung: Leninreden fanden hier Platz neben gesungenen Reportagen bekannter Liedermacher; ethnographische Aufzeichnungen vom Rand des Imperiums teilten sich die Nadelspur mit ideologisch suspekter, aber umso beliebterer Westmusik.

Wie kam es zu dieser seltsamen Mischung aus „multimedialer Bildung für das ganze Volk“ und staatlich verordneter Propaganda? Wer hat den Krugozor gestaltet, wer hat ihn gehört – und wie? Eine kleine Spurensuche mit Unterstützung ehemaliger Fabrikarbeiter, nostalgischer Redakteure und passionierter Amateursammler, vom Dachboden der Großeltern bis in Schallplattenarchive in Moskau.


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Ausgestrahlt in: Hörigkeit. Medium und Ideologie

Bild: Обложка журнала "Кругозор" апрель 1970 von Andshel auf Wikipedia

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Was verbindet Nikita Chruschtschew mit einem Schallplattenspieler? Der eine ist ein Apparat, der andere ein Apparatschik. Auch sonst haben beide viel miteinander zu tun: Jede politische Führung benutzt Medien, um ihre Ideologien zu verbreiten. Heute noch scheint zu gelten: Wer sich am besten auf die Medien einlässt, gewinnt Wahlen. Das bewiesen Obamas SMS-Kampagne oder Medienkanzler Gerhard Schröder. Ob Schallplatte, Radio, Fernsehen, Internet – sie alle dien(t)en als Vehikel für politische Botschaften. Doch wenn Ideologien die Inhalte der Medien formen, inwiefern formen Medien die Inhalte von Ideologien? Lassen sich Inhalt und Form hier überhaupt trennen? Zum Beispiel: Warum gab es einen Volksempfänger, aber keinen Volkssender?

Die 30. Ausgabe der Kulturwelle ist dem akustischen Medium gewidmet, das Hörende und mitunter auch Hörigkeit erzeugt. Dazu berichten wir über den Krugozor, ein Schallplattenmagazin in der Sowjetunion, das neben Leninreden und Reportageliedern immer auch begehrte Westmusik enthielt. Beim Aufspüren von Ideologie(n) wird uns Theodor W. Adorno helfen, während Adorno-Archivar Michael Schwarz erklärt, warum der Frankfurter Philosoph den Rundfunk so schätzte. Im Studio begleitet uns der Medienwissenschaftler Dr. Jan Claas van Treeck durch alle Verflechtung von Ideologie(kritik) und medialen Konstellationen.

Eine Sendung von Johanna Tirnthal und Jürg Andreas Meister

 

 

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In die digitalisierten Ausgaben als auch der dazugehörigen Musik des Krugozor könnt ihr hier eintauchen: http://www.krugozor-kolobok.ru/

Wer gerne tiefer in Adornos Gedanken einsteigen möchte, dem sei ein Besuch des Theodor W. Adorno Archivs im Walter Benjamin Archiv der Akademie der Künste (Berlin) empfohlen. Informationen zum Archiv findet ihr hier.

Wem die Musik der Sendung gefallen hat, der kann die Künstler Benjamin Geyer und Nils Wrasse am 20. Mai 2015 im Jazz-Café Noymann Miller in der Nähe des Innsbrucker Platzes live sehen.

 

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Ein Leben ohne Technik ist für viele von uns kaum noch vorstellbar. Doch wie stark bestimmt unsere Vorstellung von ihr unser Leben? Die 17. Magazinsendung führt uns dazu auf Spurensuche in die Vergangenheit. Mittels eines Beitrags über den Whole Earth Catalog begeben wir uns die USA der 1960er und verfolgen die Entwicklung der Counterculture, deren Ansatz zur Umsetzung ihres utopischen Ideals einer besseren Lebensgemeinschaft und die Folgen dieser Bewegung für unsere heutige Gesellschaft.

Weg vom fremdorganisierten, hin zum selbstorganisierten Leben war das Ziel der Counterculture, die dazu stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Formen des Handelns und Denkens sowie den dazu geeigneten Werkzeugen war. Zusammen mit dem Soziologen Prof. Dr. Lutz Hieber gehen wir in der Zeit zurück und erkunden, inwieweit Technik und Werkzeug als »Empowerment« für das Erreichen dieses Ideals unerlässlich war und wie Vorstellungen von Werkzeuggebrauch und Bewusstseinsveränderung zusammenspielten.

Fünfzig Jahre später ist die gegenkulturelle Technik von damals ohne Zweifel im heutigen Mainstream angelangt – und lässt somit die Frage aufkommen, was mit dem subversiven Potential dieser Technik geschehen ist. Mit dem Medienwissenschaftler Dr. Florian Sprenger sprechen wir darüber, wo die Counterculture in der Technik geblieben ist, ob im alltäglichen Umgang mit Technik ihr subversives Potential noch greifbar und umsetzbar ist – oder ob diese Subversivität heutzutage in anderen Bereichen Form annimmt.

Eine Sendung von Jessica Masche und Nikita Hock

 

 

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Bild: The Blue Marble von NASA. Plakat: Jessica Masche

 

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„Es ist schon so alt, man hört fast nichts mehr“, schwärmt Françoise Cactus von Stereo Total. Doch auch in Zukunft soll man nichts mehr von ihr hören – der Kassette, einem vom Aussterben bedrohten Medium. Was Musikproduzierende und -konsumierende mit diesem Tonträger verbindet, wie die Kassette die Musikbranche demokratisierte und für viele schließlich mehr als nur ein Symbol gegenkultureller Strömungen wurde, ist Thema unserer dritten Magazinsendung der KulturWelle. Gemeinsam mit Dr. Florian Schreiner, dessen kulturwissenschaftliches Forschungsgebiet die „Tape & Cassette Culture“ ist, der Band Stereo Total, zwei Kindern ihrer Zeit, die nicht erwachsen werden wollen, und gegenwärtigen Verehrer_innen der Kassette untersuchen wir dieses Medium, das mit soviel Herzblut, Symbolik, Retro-Mania und Kultur beladen ist.

Eine Sendung von Anastasia Andersson, Kira Overkämping und Veit Rausch

 

 

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KlangDenken am IfKA Blind Spot im HKWLabyrinth in der Wilden RenateTresor Berlin (wir verschenken 2×2 Freikarten: First Come Posting auf Facebook – facebook.com/RadioKulturwelle)

Das neue Album von Stereo Total auf Soundcloud zum durchhören.

Der Kontakt zu Fuck you in the head records: f.y.i.t.h.records (…) gmx.net

 

 

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