Wann ist ein Körper eigentlich vollständig? Woher kommt unsere Angst vor der Unvollständigkeit? Und wie wird damit in unterschiedlichen Medien umgegangen?

Nachdem wir uns in unserer Themenreihe zum Körper bereits mit Klangkörpern, politischen Körpern und den kulturellen Verflechtungen eines bestimmten Körperteils beschäftigt haben, wenden wir uns in der aktuellen Sendung der Afterhour der Bedeutung unvollständiger Körper zu.

Wir sprechen mit dem Kulturwissenschaftler Gerhard Scharbert über Verstümmelung im Film, fragen die Literaturwissenschaftlerin Irmela Marei Krüger-Fürhoff nach ‚versehrten‘ Alternativen zum ganzheitlichen Schönheitsideal und unterhalten uns mit dem Medienwissenschaftler Jan Claas van Treeck über die Ökologie der Körpergrenzen – und was Cyborgs damit zu tun haben.

Dazu wie immer Techno – bis uns die Ohren abfallen.

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Wen die politischen Implikationen von Körperidealen interessieren, verweisen wir auf:

kulturwelle_afterhour_logo_dunkelAfterhour #005: Kollektivkörper – Körper und Politik

 

 

Kulturwelle Magazin #31: Riots not Diets? Fettaktivismus zwischen Intervention und Schutzraum

 

 

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Was hat Körperlichkeit mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus zu tun? Hat die Trennung zwischen einem »vernünftigen«, politischen Kopf und dem »unvernünftigen«, triebhaften Körper jemals funktioniert? Ist Hillary Clinton nicht Präsidentin geworden, weil sie einen Frauenkörper hat?

Die jüngsten politischen Entwicklungen stellen die Frage nach dem Zusammenhang von Körper und Politik mit neuer Dringlichkeit. In der Kulturwelle Afterhour #005 sprechen wir mit dem Affektforscher Rainer Mühlhoff und der Kulturwissenschaftlerin Claudia Bruns darüber, wie Politisches »verkörpert« wird und Körper politisch werden – und fragen danach, wie wir über die Geschichte und Theorie politischer Körper unsere Gegenwart besser verstehen können.

 

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Schuhe zu, Mütze auf. Rucksack umgeschnallt, Brille aufgesetzt, Schirm… dabei. Handy an, EC-Karte eingesteckt, Schlüssel auch – gut, dann kann’s losgehen. So ähnlich überprüfen wir vor dem Gehen unsere Ausstattung; die kleinen Dinge, die uns umgeben auf ihre Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit. Sie sind unauffällige Begleiter, jedoch könnten wir ohne sie kaum noch einen Schritt tun. Sie sind buchstäblich mit uns verwachsen oder gar »extensions of man«, wie der Medienphilosoph Marshall McLuhan bemerkte.

Doch bereits unser Körper gehört zu unserer medialen Grundausstattung. Wir trainieren seine Belastbarkeit, steigern seine Geschwindigkeit, vergrößern die Reichweite seiner Seh- und Sprechinstrumente. Und unsere Finger sind längst zum umfassenden Interface geworden, Schnittstelle zu einer Heerschar an Möglichkeiten in der digitalen Welt.

In dieser Sendung der Kulturwelle stellt sich die ganze Redaktion der Aufgabe, diesen kleinen Dingen, Praktiken und Phänomenen nachzuspüren, die unser Leben unentwegt erleichtern. Dabei ergründen wir z.B. unsere Symbiosen mit der Sicherheitsnadel, der Augenklappe, der Konserve oder der Armbanduhr, aber auch, wie wir im Jodeln unseren Körper als Instrument einsetzen. Je weiter die Dinge dabei in uns hineinwandern, umso mehr entsprechen wir der Figur des Cyborgs, für den Leben immer schon etwas »mediales« ist; der im Funktionsraum seiner Möglichkeiten nicht mehr zwischen Körper und Ding unterscheidet.

Eine Sendung von KulturWelle-Redaktion

 

 

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Das Festival Down by the River findet ab dem 4. Juli statt und ist zu finden unter: http://www.downbytheriver-berlin.de/

Auch in Berlin kann man Jodeln lernen. Dafür sorgt Ingrid Hammer mit ihrem Jodelworkshop. Der nächste Termin ist der 5. September: http://www.jodeln-in-berlin.de/jodelworkshops

Bild: (cc) What's In My Bag von Ryan Kennedy | Plakat: Joshua Klein

 

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„In dem Oberteil siehst du aber ganz schön dick aus!“ Für viele eine Beleidigung. Dann doch lieber um- oder den Bauch einziehen. Und lieber nur die kleine Portion im Restaurant. Und den Nachtisch lass ich lieber ganz weg. Vielleicht doch mal diese neue Diät ausprobieren? Wer hat die Deutungshoheit über den schönen, den normalen, den begehrenswerten und den gesunden Körper? Und wie kann ein Gegenentwurf aussehen?

Das erklären die drei Protagonistinnen dieses Features: Sie sind Fettaktivistinnen und Teil einer körper- und fettpositiven Gegenkultur. Die politische Bildnerin Magda Albrecht, die Aktivistin Kristina Kuličová und die Bloggerin Anna Kumher zeigen, wie Vorstellungen über Dicksein im Alltag Normen setzt – von Mode bis Medizin, Freibad bis Flugzeugsitz – und wie sie dagegen vorgehen. Ihre Strategien und Interventionen ähneln denen von anderen feministischen Kämpfen um Identitätspolitiken: Coming Out, Begriffe wieder aneignen und neu besetzen, eigene soziale Schutzräume schaffen.

Warum binden soziale Normen nicht mehr? Warum erzeugen sie Abwehrreaktionen? Wie verhandeln sie die Beziehung zwischen vorherrschendem Diskurs und individuellem Körper neu? Und reicht die Aufdeckung zum Öffnen neuer Handlungsspielräume? Die Protagonist_innen zeigen uns: Das Persönliche ist immer noch politisch. Ideologien und Bewertungen werden immer kulturell hergestellt und sind alles andere als natürlich. Das gibt uns den Raum, sie zu hinterfragen und zu dekonstruieren.

Ein Feature von Lara Deininger

 

 

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Wer sich gerne mehr in das Thema vertiefen möchte, kann auf diese beiden Literaturtipps zurückgreifen:

Henning Schmidt-Semisch und Friedrick Schorb (Hg.): Kreuzzug gegen Fette. Sozialwissenschaftliche Aspekte des gesellschaftlichen Umgangs mit Übergewicht und Adipositas. 2008. Wiesbaden. [Buch in der DNB]

Eva Barlösius: Dicksein. Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt. 2014. Frankfurt/New York. [Buch in der DNB]

Keine Lust auf Lesen sondern aktiv diskutieren? Das ist unter anderem auf der 3rd Annual Weight Stigma Conference vom 18. – 19. September 2015, Reykjavik Universität, Island  möglich.

Eine Themenparty im Mai mit Show und Workshops gibt es noch obendrauf, am 23. Mai 2015 im SO 36, Berlin: „FETT VOLL FEIERN!“ 

Bild: (cc) Frankfurter Kranz von Hans auf Pixabay. Plakat: Joshua Klein

 

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