Reproduzierte Klänge gehören heute fest in unseren Alltag. Zumeist hören wir Musik, egal ob auf unseren Mp3-Playern oder über das Radio. Als am Ende des 19. Jahrhunderts das Grammophon und der Phonograph das Aufzeichnen von Klängen erstmals erlaubten, war an Musikaufnahmen noch kaum zu denken. Die eigentliche Faszination der Geräte lag zunächst in der Möglichkeit der Stimmaufnahme. Schallplatten und Walzen aus Wachs wurden so zu Zeitzeugen, die den Klang des Vergangenen lebendig hielten. Die neue Technik fand schnell ihren Platz in der Wissenschaft und ganze Tonarchive mit Aufnahmen aus aller Welt entstanden. Doch diese ersten Aufnahmegeräte waren nur bedingt präzise, wenn es um die Speicherung von Schall ging. Inwieweit hat das Medium selbst den Klang geprägt und wie stand es um die Klangtreue von Phonograph und Grammophon?

Eine Sendung von Nikita Hock, Jens Dewald, Johannes Maibaum und Matthias Rech

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

 

Facebooktwittermail
weiter
Ein Beitrag von Johannes Maibaum

Von der besonderen Stellung des Phonographen in der Wissenschaft zeugen so manche historischen Aufnahmen, die uns bis heute erhalten geblieben sind.
So auch die Experimentalaufnahmen des Philosophen und Psychologen Carl Stumpfs, der zum Thema „Sprachlaute“ die menschliche Stimme mittels Phonographen erforschte und durch seine wissenschaftlichen Versuchen mit der Technik zu neuen Erkenntnissen kam.
Und dennoch tönen hier nicht nur  die menschlichen Laute. Gleichzeitig beweisen diese Aufnahmen, dass zu Beginn der technischen Tonaufzeichnung auch eine andere Stimme immer präsent war: Die Stimme des Phonographen selbst.


download Download

Ausgestrahlt in: Klanggeschichten – Spuren aus dem Tonarchiv

Bild: Gaststätten-Grammophon der Mammut-Werke Wien, um 1910 by Andreas Praefcke. From Wikimedia Commons. Public Domain

Facebooktwittermail
weiter
Ein Beitrag von Matthias Rech

Was für uns heute unmöglich erscheint, war bis weit ins späte 19. Jahrhundert bittere Realität: Stimmen, Geräusche und Töne konnten nicht für eine spätere Wiedergabe festgehalten werden.
Erst die Erfindung des Phonographen durch Thomas Edison 1878 sollte dies ändern. Auf Wachswalzen konnten nun endlich Töne konserviert und somit der Nachwelt erhalten bleiben. Genau dies vermochte auch Emil Berliners Grammophon, mit dem einzigen Unterschied, dass die akustischen Signale statt auf Walzen auf Wachsplatten eingeschrieben wurden.

Mit diesen – wenn auch konkurrierenden – technischen Entwicklungen war das Speichern und Abspielen, aber auch das Kopieren und die Verbreitung von Aufnahmen zur neuen Errungenschaft des täglichen Lebens geworden. Und auch in der Wissenschaft breite Verwendung fand.


download Download

Ausgestrahlt in: Klanggeschichten – Spuren aus dem Tonarchiv

Bild: Edison’sche Wachswalze by Norman Bruderhofer. From Wikimedia Commons. CC BY-SA 3.0

Facebooktwittermail
weiter