In der 15. Sendung der KulturWelle geht es um das Studieren in Berlin und die Geschichte eines Fachs. »Kulturwissenschaft« war das Modewort der späten Neunziger und Nuller Jahre. Es geisterte nicht nur durch unzählige Wissenschaftspublikationen und Hörsäale, sondern brachte es auch bald auf die Deckblätter von Studienbroschüren und die Eingangstüren der Institute und Fakultäten.

Die arbeitssuchende Absolventenschar posaunt es bis heute vornehmlich in Feuilletons, Radiosendungen und Blogs, aber auch allen anderen Massenmedien lautstark hinaus. Doch die Kulturwissenschaft existiert nicht nur in Berlin bereits seit 50 Jahren.

Zum Jubiläum unserer Disziplin reisen wir zu ihren Anfängen in die DDR-Zeit zurück, betrachten die Postwendeära und kommen schließlich in der Gegenwart an. Wir haben mit ehemaligen Studenten gesprochen und sie gefragt, wie es denn gewesen ist, in Berlin zu studieren. Heraus gekommen ist dabei nicht nur ein Überblick der Geschichte unseres Fachs, sondern vielmehr auch eine Geschichte Berlins und des Studierens in Ost und West. Es oszilliert zwischen Konformität und Revolution, Karriere und Liebe, Restriktion und Wissbegierde, Kultur- und Perspektivenwechsel.

Eine Sendung von Corinna Egdorf und Marika Mäder

 

 

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In medialen Debatten um Integration werden Emanzipation und Gleichstellung der Geschlechter häufig zum Gradmesser von Modernität und Demokratie: Eine Gesellschaft, in der Menschen scheinbar gleichberechtigt und souverän leben können, nennt sich fortschrittlich und zivilisiert. Jedoch beschreibt eine solche Festlegung gleichzeitig all das was sie angeblich nicht ist. Sie schafft ein Außerhalb, ein Nichtdazugehöriges, ein Anderes.

Sind wir also fortschrittlich, sind die anderen rückschrittlich. Sind wir tolerant, sind die anderen dogmatisch. Agieren wir rational, agieren die anderen irrational. In der Maisendung der Kulturwelle dreht sich alles um die Mechanismen, die sich hinter kulturellen Abgrenzungen, sozialen Grenzziehungen und der Konstruktion eines Anderen verbergen, kurz: Othering.

Klassifikations- und Wertesysteme sind Bestandteil der Identitätsbildung und Sozialisation. Sie werden gebraucht, um sich in einer Gesellschaft verorten und orientieren zu können. Sie produzieren jedoch auch Ausschlüsse, Vorurteile und Rassismen. Viele Projekte haben sich dem Abbau solcher Stigmatisierungen verschrieben. Beispielhaft werfen wir einen Blick auf das Neuköllner Jugendprojekt HEROES, in dem sich männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund für Emanzipation und Gleichberechtigung einsetzen. Mit unserem Studiogast, der Kulturwissenschafterin und Historikerin Prof. Dr. Claudia Bruns, sprechen wir anschließend über den Erfolg und die Probleme solcher Projekte, um die Komplexität des Othering zu verstehen. Wie werden in westlichen Diskursen die „Anderen“ konstruiert? Wie zwingend und statisch sind Klassifikationen und Hierarchien? Wer hat die Definitionshoheit über sie? Welche Rolle spielen dabei Kategorien wie Religion oder Ethnizität? Abschließend diskutieren wir mit den jungen Filmemachern Danny Jank und Georg Gremske im Studio über ihren Film „5.01 Übergangsweise“, in dem sie persönliche Erfahrungen von Grenzen in Berlin dokumentieren.

Eine Sendung von Ulrike Mewald, Judith Nahrwold, Beatrix Tauber und Hanna Wolf

 

 

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Ein Beitrag von Lorenz Erdmann

Ein Besuch im Werkstatttraum e.V. in der Skalitzer Straße 100, der nicht ein Portrait der „Werkstatt“ zeigt, sondern auch den „Traum“ und was dies mit Co-Working, urban transformation und dem täglichen Leben zu tun hat.


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Ausgestrahlt in: Kunst – Unser täglich Brot? Über die Kunst zwischen Alltag und Ideal

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