SENDUNG #28 | 26.11.2014 | 88, 4 Mhz

Flüchtige Paradiese. Zur Kulturgeschichte des Berauschens

In einen ekstatischen oder ungehemmten Zustand zu verfallen, kann mehr als Gefühle der Entrückung und der veränderten Selbsterfahrung hervorbringen. Rausch und Ekstase können auf verschiedenste Weise produktiv wirken: In der Suche nach persönlicher Erkenntnis ebenso wie im gemeinsamen Erleben erinnerungswürdiger Momente. Doch wo fangen diese Zustände an und wo können sie enden? Und wie kann man diese erreichen? Die Antworten darauf können höchst unterschiedlich ausfallen.

In der 28. Magazinsendung begeben wir uns daher auf die Suche. Im Studio sprechen wir mit dem Kulturwissenschaftler Dr. Gerhard Scharbert über Rauschpraktiken aus Antike, Moderne und Gegenwart und spüren nach, in welcher Gestalt und in welchen Rollen das Berauschen im Laufe der Zeit in Erscheinung tritt. Unsere Redakteure haben sich zudem im Selbstversuch dem Rausch verschrieben. In diesen Experimenten werden uns unter anderem aufwühlende Kunsterlebnisse und außergewöhnliche kreative Eingebungen begegnen, die deutlich werden lassen, wie tiefgreifend Rausch unser Menschsein bestimmt.

Eine Sendung von Constantin Hühn, Nikita Hock, Jessica Masche und Sebastian Schwesinger

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #27 | 29.10.2014 | 88, 4 Mhz

Sich Schön Machen. Vom kulturellen Sinn des Schmückens

“Diamonds Are a Girl’s Best Friend” – so besang Marilyn Monroe in den 1950er Jahren die ikonischen Edelsteine, die seit jeher als Inbegriff von glamorösem Schmuckstück gelten. Und schon diese Formulierung deutet an: Schmuck ist nicht nur Statussymbol oder schönes Beiwerk – seine Wirkmacht geht weit über seine ästhetische Funktion hinaus. Sei es das schutzbringende Amulett, die gerade modische Kette oder auch der Ring des Großvaters, in dem er anwesend scheint: Schmuck entzieht sich der Eindeutigkeit und scheint gerade heute mehr denn je Schnittstellen und Ambivalenzen zu besetzen und zu markieren.

In der 27. Sendung der Kulturwelle widmen wir uns genau diesen Spannungen und wollen etwas genauer nachfragen: Was sagt uns dieses Phänomen, das uns als ästhetischer Gegenstand und zeichenhaftes Statussymbol, als banaler Zierrat und bedeutungsgeladenes Fetischobjekt begegnet? Wie gehen wir heute mit Schmuck um – und was macht der Schmuck mit uns?

Im Studio begrüßen wir dazu den Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Böhme. Wir verfolgen nach, wie und warum ein einfaches geometrisches Schmuckstück wie das Dreieck zum Erkennungsmerkmal des diffusen Sozialtyps »Hipster« aufstieg. Anhand der immer beliebteren Praktik des Umschmelzens von geerbeten Schmuckstücken erkunden wir dann, wie sich Erinnerungskulte mit modischem Anspruch vertragen – und ob wir beim Verhandeln dieser Spannung dem Schmuck nicht vielleicht doch mehr Macht über uns verleihen, als uns geheuer ist.

Schließlich macht auch eine neue Rubrik Premiere. Im Druckerraum des Instituts stellen wir frischgebackenen Absolventen zwischen Papierstau und Tintenflecken die drängende Frage: “Was druckst du?”

Eine Sendung von Constantin Hühn, Nikita Hock und Sebastian Schwesinger

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Das Buch Von der Reliquie zum Ding von Stefan Laube erschien 2011 im Akademie-Verlag und beschäftigt sich mit der materiellen Kultur des Christentums: ISBN-Suche

Die Dissertation Im Leibe Wohnen von Claudia Benthien liefert einen kulturanthropologischen Querschnitt durch Hautbilder. Sie ist ebenfalls veröffentlicht als Haut. Literaturgeschichte – Körperbilder – Grenzdiskurse in Rowohlts Enzyklopädie: ISBN-Suche

Die Ausstellung Bin ich schön läuft noch bis zum 23. Februar 2014 im Museum für Kommunikation. Das Programm findet sich unter: http://www.mfk-berlin.de/bin-ich-schoen/

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #26 | 01.10.2014 | 88, 4 Mhz

Mikrorevolutionen. Widerstand in Theorie und Praxis

Mama war in der Gewerkschaft, Papa saß im Betriebsrat, vielleicht demonstrierte die Tante für die Gleichberechtigung und 68 war sowieso alles anders. Früher schien politische Teilhabe noch klar strukturiert und in hart erkämpften Institutionen realisierbar. Doch sind diese Vorstellungen von Veränderungsprozessen, die weite Teile des 20. Jh. geprägt haben, heute weiterhin aktuell? Wie und wo wird heute Widerstand geleistet? In Parteien, Akademien, auf der Straße und der Bühne? Oder sind wir tatsächlich in einer politischen Lethargie gefangen, wie sie so oft von den Mahnern der Demokratie beschworen wird?

In der 26. Sendung der KulturWelle wollen wir der Widerständigkeit in ihren historischen Gewändern folgen. Dazu verfolgen wir aktuelle Genderparodien mihilfe von Dr. Eva Krivanec zurück zu ihren historischen Vorläufern und betrachten beide im Lichte aktueller Theorieangebote. Im Anschluss diskutieren wir mit Juniorprof. Philipp Felsch über die problematische Kluft zwischen politischer Theorie und politischem Handeln.

Eine Sendung von Julian Baller und Theresa Kauder

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Die Ringvorlesung Subversion und Politische Differenz mit Simon Critchley, Iris Därmann, Oliver Marchart, Chantal Mouffe und vielen mehr findet ab dem 20. Oktober 2014 wöchentlich statt. Genaue Angaben gibt es auf http://subversionandpoliticaldifference.com

Das Buch Nach dem Ende der Geschichte – Vom Arabischen Frühling bis zur Occupy Bewegung von Srecko Horvat erschien 2013 im Laika verlag und kan hier gefunden werden: ISBN-Suche

Drag Workshop an der Humboldt-Univeristät Berlin wird einmal im Semester veranstaltet – wann, kann hier eingesehen werden: https://www.facebook.com/lgbtireferat.huberlin

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #25 | 03.09.2014 | 88, 4 Mhz

Fade In/Fade Out. Remixing Culture

Die historischen Grenzen sind gesprengt. Der Hip-Hopper sampelt Vaters alte Platten und im angesagten Café lässt sich der DJ den Apfelstrudel auf dem Blümchensofa schmecken. Die Studentin bestellt sich im Internet ihr individuell gemischtes Müsli, nachdem sie sich bei eBay ihr 90er Jahre-Outfit zusammengestellt hat. In der U-Bahn hört sich der Blogger seine Lieblingsplaylist auf Soundcloud an, während er die neuesten Tweets auf Twitter liest. Das Internet potenziert Geschwindigkeit und Distribution ins Unermessliche. Noch nie waren Kreativität und Konsum so schnell verfügbar und wandelbar wie heute.

In der 25. Sendung der Kulturwelle geht es um den Remix als musikalische und kulturelle Praxis. Was ist Kreativität zwischen Genius und Scenius in Zeiten von Digitalisierung und Internet? Wie verändern sich Kompositionspraktiken? Was ist noch authentisch? Ist der Remix zu einer alltäglichen Gestaltungspraxis geworden und lässt sich die Idee des Remix auf unsere Kultur anwenden?

Dazu spricht der Musikwissenschaftler Fabian Czolbe über die Relevanz des Remix und Samples in der klassischen Musik, insbesondere in den Kompositionen von Pierre Schaeffer, das Sampling im Hip Hop und die damit verbundene neue Idee von Realness erklärt uns der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Steffen Lepa, Kulturtheoretiker Eduardo Navas und Ramón Reichert analysieren den Stellenwert von Remix im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit und beschreiben damit den Begriff der “remix culture”. Dazu gibt es Musik und persönliche Erfahrungsberichte von DJ Red Rack’em und dem Loop-Künstler Nïer. Schließlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, die produzierte Sendung unserem Remixer Ramsus Lauvring zu überlassen, dessen Remix die Sendung abschließt.

Eine Sendung von Anastasia Andersson, Bernadette Breyer, Lara Deininger und Angelika Piechotta mit Unterstützung von Sebastian Schwesinger und Nikita Hock

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #24 | 11.06.2014 | 88, 4 Mhz

Let’s Play: Society

Spiele unterhalten, bilden und berauschen. Sie sind fester Bestandteil des menschlichen Miteinanders. Doch wo hört das Spiel auf? Dem ursprünglich aus dem Marketing-Kontext stammenden Schlagwort der „Gamification“ nach erleben wir gegenwärtig eine Ent-Grenzung des Spiels, da sich dessen Elemente und Prinzipien über die westliche Arbeits- und Alltagswelt ausbreiten. Grund genug, in der 24. Sendung der KulturWelle das Verhältnis von Game und Gesellschaft einmal ganz grundsätzlich zu problematisieren. Worin liegt die Ursache der „Spielifizierung“ und in welchen konkreten Formen „durchdringt“ sie den sozialen Raum?

Diesen Fragen gehen wir mit unserem Studiogast Mark Butler nach. Er ist Spielforscher an der Universität Potsdam und Autor des in diesem Jahr erschienenen Buchs Das Spiel mit sich (Kink, Drugs & Hip-Hop). Populäre Techniken des Selbst zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Ausgangspunkt unserer Auseinandersetzung bilden zwei Sendungsbeiträge. Am Beispiel des Spielautomaten spüren wir dem ambivalenten Charakter subjektiver Spielerfahrungen nach und fragen dann, ausgehend von der schiedsrichterlosen  Sportart Ultimate Frisbee, nach der Fähigkeit kulturschaffender Spiele, etablierte Gesetzmäßigkeiten aufzubrechen und neue Möglichkeitsräume zu generieren. In diesem Sinne –  Let’s Play: Society!

Eine Sendung von Sven Angene, Jürgen Bischoff, Lara Deininger, Constantin Hühn, Joshua Klein und Felina Schmitz

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Mark Butlers Buch Das Spiel mit sich findet ihr über die: ISBN-Suche

Die Podiumsdiskussion Homo ludens digitalis. Zur gegenwärtigen Entgrenzung des Spiels gibt es auf dem: Youtubekanal der Akademie der Künste.

Der Spieler von Fjodor Dostojewski läuft am Samstag, dem 14.6., im großen Haus der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und kann hier gefunden werden: Volksbühne

Die Werkreihe Ernste Spiele  von Harun Farocki läuft noch bis Anfang nächsten Jahres im Hamburger Bahnhof: Homepage

 

 

Weiteres Sendungsmaterial:

http://kulturwelle.hu-berlin.de/wp-content/uploads/2012/04/dl_button.pngDas unterhaltsame und informative Gespräch mit Mark Butler könnt ihr in voller Länge hier nachhören.

http://kulturwelle.hu-berlin.de/wp-content/uploads/2012/04/dl_button.pngDas volle Interview mit dem Theaterregisseur und Performanceforscher Richard Schechner zu seiner Kategorie „Dark Play“ könnt ihr hier nachhören.

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #23 | 14.05.2014 | 88, 4 Mhz

Verteufeln und verteufelt – Das Böse im Detail

Ein Hinkefuß, ein Muttermal, die falsche Köpertemperatur. Erst bei genauer Betrachtung erkennt man ihn – der Teufel steckt im Detail. Ein Grund für die Wandelbarkeit diese Figur liegt nicht zuletzt darin, dass die Menschen ihre unterschiedlichsten Ängste und Begierden auf sie projizieren. Der Teufel tritt so als Akteur auf, der immer neue Aufgaben übernimmt: Versprechen, Kennzeichen,  Entfesseln. Doch auch sein Auftritt selbst muss meist erst herbeigeführt werden: Identifizieren, Paktieren, Vertreiben…

Auf den Spuren des Teufels durchschreiten wir gemeinsam mit der Kulturhistorikerin Jasmin Mersmann die Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart und werfen einen Blick auf die kulturellen Praktiken, die den Teufel umgeben, die ihn herbeibeschwören und die ihm seine Macht verleihen. Wir beginnen bei der Verfolgung von Kinderhexen im Mittelalter, während der Sieben- bis Zwölfjährige durch die Inquisition der Hexerei beschuldigt wurden. Wie sich das Bild des Teufels seitdem vervielfältigt und gewandelt hat, entwirren wir darauf am Beispiel des Teufels im Heavy Metal, dessen Anhänger sich in Liedtexten, Plattencovern oder bei Konzerten nicht selten freiwillig »verteufeln«.

Bedenkt: der Teufel, der ist alt, // So werdet alt, ihn zu verstehen! – Johann Wolfgang von Goethe, Faust II, Vers 6815 ff. / Mephistopheles

Eine Sendung von Elisabeth Stumpf

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Zum Film Global Metal des Kulturanthropologen Sam Dunn gibt es hier mehr Informationen: Homepage / Wikipedia

Das frisch erschienene Buch Unter Teufeln. Literarische Bilder von Maria Alves kann hier nachgeschlagen werden: Rezension / ISBN-Suche

Die Ausstellung Die Göttliche Komödie im MMK Frankfurt läuft noch bis zum 27. Juli und kann hier gefunden werden: Homepage

Ein ausführliches Interview mit dem Teufelspriester Raul Antony findet sich in dem Podcast Atheist Airwaves.

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #22 | 16.04.2014 | 88, 4 Mhz

Hörspielwissenschaft

Nicht nur in der Vergangenheit waren Künstler und Wissenschaftler oft ein und dieselbe Person. Warum sind in unserem heutigen Verständnis aber Kunst und Wissenschaft so weit voneinander entfernt, dass sie sogar zu Gegensätzen erklärt werden können?

Ausgehend vom Konzept der künstlerischen Forschung, unter dessen Perspektive seit ein paar Jahren intensiv Erkenntnisprozesse der Künste erschlossen werden, wollen auch wir unsere künstlerischen Zugänge zu kulturellen Phänomenen hinterfragen. Dazu bringen wir mithilfe von Julian Klein, dem Direktor des Instituts für künstlerische Forschung in Berlin, zunächst Licht ins Dunkel zwischen Kunst und Wissenschaft.

Anschließend lauschen wir zwei konkreten Projekten. Lena Michaelis und Mark Othmer haben einerseits zur Besessenheit und andererseits zum Transhumanismus je auf ganz eigene Art mit Hörspielen gearbeitet. Ihre Werke hören wir in der Sendung in voller Länge und diskutieren mit ihnen darüber, wie, wann und wo künstlerische Methoden in der (Kultur­)Wissenschaft sinnvoll zum Einsatz kommen können; wie man also mit Hörspielen Wissenschaft betreiben kann.

Eine Sendung von Lena Michalis, Mark Othmer und Sebastian Schwesinger

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Das Institut für Künstlerische Forschung (!KF) ist hier zu finden.

Michel de Certeaus Das Schreiben der Geschichte erschien in deutscher Übersetzung 1991 im Campus Verlag. Hier geht es zur ISBN-Suche.

Die Fernsehserie Black Mirror ist produziert von Charlie Brooker und hat hier einen Wikipediaeintrag.

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #21 | 19.03.2014 | 88, 4 Mhz

Kaleidoskop der Überwachung – Von A wie Auskunftsrecht bis Z wie Zentralperspektive

Schon die ersten Telefone mit Selbstwählfunktion wurden damit beworben, dass sie unerwünschte Mithörer ausschließen. Wie die Reklame für nebenstehendes Exemplar von 1912 bezeugt, sollte der technisierte Verbindungsaufbau die Anonymität der Gesprächspartner sicherstellen. Eine Eigenschaft, auf die man sich beim „Fräulein vom Amt“ nicht immer verlassen konnte. Heute wirkt es ironisch, auf die Technik zum Schutz der Privatsphäre zu setzen, sind doch die Formen der Überwachung erst mithilfe technischer Unterstützung ubiquitär und komplex geworden. Immer wieder werden uns in einer Abfolge kleinerer und größerer Skandale die Möglichkeiten der Überwachung vor Augen geführt, die vor kurzem noch als Hollywoodutopie abgetan wurden. Immer umfänglicher werden Daten von uns erhoben bzw. erzeugen wir sie selbst. Die Auswertung dieser als Big Data beschriebenen Datenflut, soll unsere Absichten und Botschaften offenlegen.

Diesem unüberschaubaren Dickicht versuchen wir in dieser Ausgabe der KulturWelle gar nicht erst Herr zu werden, sondern lassen uns vielmehr affirmativ darauf ein. Im Kaleidoskop der Überwachung steuert jedes Redaktionsmitglied einen kurzen Beitrag zu einem ABC der Überwachung bei. Zwischendurch belauschen wir ein Gespräch von Frank Rieger und Felix von Leitner. Es entsteht ein notwendig fragmentarischer Überblick zu einem Phänomen, das so in seiner Vielgestaltigkeit erkennbar wird.

Eine Sendung der gesamten KulturWelle-Redaktion

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Das vollständige Interview mit Robert Rothmann findet ihr bei den Stimmen der Kulturwissenschaften.

Tips zur Internetsicherheit, z.B. Emailverschlüsselung mit s/mime gibt es unter www.linus-neumann.de

Der Podcast von Frank Rieger und Felix von Leitner heißt Alternativlos und findet sich unter alternativlos.org.

Die Termine der Berliner Cryptoparties findet ihr hier.

Wir verschenken zwei Führungen auf dem Abhörgelände des Berliner Teufelsbergs. Alle Informationen zu den Führungen gibt es unter http://berliner-teufelsberg.com. Die Karten bekommen die ersten Email-Interessenten, einfach melden bei kulturwelle@hu-berlin. Unser PGP-Schlüssel ist hier zu finden.

 

 

Facebooktwittermail

SENDUNG #20 | 19.02.2014 | 88, 4 Mhz

Zeit der Zeugen – Erinnerungskultur und Geschichtsschreibung

Geschichte als Erzählung über das Vergangene funktioniert bekanntermaßen schon längst nicht mehr als eine objektiv-allgemeingültige Figur und lässt sich vielmehr als Geschichtenschreibung verstehen. Doch wer präsentiert letztlich diese Geschichten? Ein Blick auf den öffentlichen Diskurs macht schnell deutlich, dass die „Sprechenden“ zunehmend von Zeitzeug_innen verkörpert werden.

In unserer 20. Magazinsendung werfen wir einen genaueren Blick auf diese Protagonisten, die seit einigen Jahren immer öfter über unsere Bildschirme flimmern, uns auf Buchseiten entgegentreten und in zahlreichen Ausstellungen von vergangenen Zeiten berichten. Wir spüren nach, welche Funktionen und Aufgaben Zeitzeug_innen in einer stark medialisierten Erinnerungskultur übernehmen – und wie ihre öffentliche Position uns das Verhältnis zwischen privater, subjektiver Quelle und abstrahiertem historischen Narrativ neu denken lässt.

Im Studio sprechen wir dazu mit Dr. Christoph Classen vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam über die Vor- und Nachteile einer Oral History und werfen mit dem Neurobiologen Prof. Dr. Randolf Menzel einen Blick in unser Gehirn – auf der Suche nach dem Gedächtnis.

Eine Sendung von Juliane Becker und Elisabeth Stumpf

 

 

download Download | Musik der Sendung | Veranstaltungstipps

Bild: (cc) Photomarathon 18: Memories von Joyce Kaes

Facebooktwittermail