Das Diagramm ist eine Technik der Visualisierung von Informationen und der Hervorhebung sowie (Neu-)Kombination bestimmter Aspekte. Zu Beginn des 20. Jh. gelang es zu besonderer Prominenz – so bündelte beispielsweise der Göttinger Physikprofessor Hermann Minkwoski in einem epochenmachenden Diagramm die einander bedingenden Dimensionen von Raum und Zeit der einsteinschen Relativitätstheorie.

Prof. Dr. Christina Vagt spricht über Theorie und Geschichte des Diagramms als Kulturtechnik und beleuchtet die zentrale Position, die es vor allem in den Wissensordnungen der Moderne einnimmt. Dabei geht sie, mit Foucault, insbesondere auf die epistemische, soziale und politische Produktivität des Diagramms ein. Und schließlich gibt sie Einblick in ihre aktuellen Forschungen zum Designer, Architekten und Theoretiker des Globalen R. Buckminster Fuller, als Beispiel für einen ganz spezifischen Umgang mit dem Diagramm, der dessen Gemachtheit ebenso offenlegt wie seine Macht.

 


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  • Christina Vagt lehrt und forscht derzeit am Institut für Kulturwissenschaft zu den Schwerpunkten Kulturtechniken, Technikphilosophie und Medienökologie, sowie der Wissensgeschichte von Natur-, Design- und Ingenieurswissenschaften.
  • Literaturtipps zum Designer, Architekten und diagrammatischen Universalgenie Buckminster Fuller:

    Joachim Krausse, Claude Lichtenstein: Your Private Sky: R. Buckminster Fuller. 2 Bde. Baden: 2000, 2001.

    Peder Anker: Buckminster Fuller as Captain of Spaceship Earth. In: Minerva, Nr. 45/4, , S. 417-434.

Bild: Minkowski diagram with resting... von Maschen auf Wikipedia

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»If a passenger rides past his station by mistake, he can go to the next express station and cross to a returning train without emerging to the surface.« So die Anleitung der New Yorker U-Bahn von 1904, die die Besucherströme reibungs- und unterbrechungsfrei durch den neuen unteridischen Raum lenken sollte. Während die Passagiere so unter der Stadt zirkulieren konnten, wanderten ihre neuen Gewohnheiten und Körperpraktiken dennoch in den überirdischen Alltag und inspirierten Tänze wie two-steps, glides und rags – hörbar im »Subway Glide« von 1912.

Mehr dazu in der Sendung: Going Underground: Wie der Mensch zum Passagier wurde Facebooktwittermail

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Die Schallplatten-Rundschau, russischer Titel Krugozor, zirkulierte seit den frühen 1960er Jahren in der Sowjetunion. Das bunte Heft mit den papierdünnen, abspielbaren Flexidiskplatten sollte bilden – politisch wie kulturell – und unterhalten. Wir testen im Studio einen der Kanäle dieses kuriosen Medienverbunds und hören hinein, was für Inhalte er quer durch die Sowjetunion transportierte.

Mehr dazu in der Magazinsendung: Hörigkeit. Medium und Ideologie Facebooktwittermail

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