Ein Beitrag von Neela Janssen
Viele Methoden der Pränataldiagnostik gehören bereits heute wie selbstverständlich zu einer Schwangerschaft in Deutschland dazu. Das Ziel der Untersuchungen ist dabei klar: Man möchte ein gesundes Kind zur Welt bringen und dabei schon in der Schwangerschaft alles für eine sichere Zukunft des Babys tun.

Eine besonders ambivalente Rolle nimmt dabei der Arzt ein: Ist er nun entziffernder Experte oder reines Sprachrohr für medizinische Daten, Produzent oder Medium von Zukunftswissen? In welchem Verhältnis steht er zu den hoffnungsvollen Eltern, dem geheimnisvollen Labor, der auf Zukunft gerichteten Gesellschaft? Lassen sich hier vielleicht sogar Echos antiker Orakel, ja der alttestamentlichen Propheten erkennen?

Ein Beitrag über aktuelle Techniken der Pränataldiagnostik und ihre Parallelen in vormodernen Techniken der Vorhersage.

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Ausgestrahlt in: »Vor-Sicht! Vor-Sorge!« – Über das Wissen, Gestalten und Verhindern von Zukünften

Bild: The Crystal Ball von John William Waterhouse

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Bei ‘Mythen’ denken wir zuallererst an alte Griechen und Römer. Anders Roland Barthes: In jedem Winkel der Alltagswelt findet der französische Philosoph Narrative, die das Konstruierte als naturgegeben darstellen – so wird etwa der neue Citroën zur übermenschlichen Schöpfung. Moderne Mythen, so Barthes, sollen den Konsum fördern oder das Bürgertum seiner Weltsicht vergewissern. In einer Reihe kurzer Essays seziert Barthes die „Sprache der Massenkultur“ und deren ideologische Aufladung.

In der 29. Sendung der Kulturwelle holen wir Roland Barthes’ Mythen des Alltags von 1957 in die Gegenwart: Wie viel Mythos steckt im iPhone? Welcher Mythos verbindet Theaterbühne und Tanzfläche? Wie vernünftig ist der „gesunde Menschenverstand“? Was für Alltagswelten blendet der Lonely Planet aus? Macht das Gehen den Menschen aus und ist die Welt aus Plastik? Solche und andere Mythen beleuchten und besprechen wir in der Sendung, gemeinsam mit unserem Studiogast Prof. Dr. Ottmar Ette. Der renommierte Barthes-Experte hat mehrere Bücher zum französischen Philosophen veröffentlicht und gibt uns Auskunft, wie Barthes’ semiologische Schemata in unserer Zeit zu gebrauchen sind.

Eine Sendung der gesamten KulturWelle-Redaktion

 

 

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Infos zum Museum der Dinge und der Sonderausstellung Made in Germany gibt es unter: http://www.museumderdinge.de/

Das Buch Gesellschaft des Spektakels von Guy Debord findet ihr über die: ISBN-Suche

Mehr Details zu Jean-Luc Godards Film Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Coca Cola gibt es hier: IMDB

 

download Eine Langform des Gesprächs mit Ottmar Ette könnt ihr hier nachhören.

 

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“Diamonds Are a Girl’s Best Friend” – so besang Marilyn Monroe in den 1950er Jahren die ikonischen Edelsteine, die seit jeher als Inbegriff von glamorösem Schmuckstück gelten. Und schon diese Formulierung deutet an: Schmuck ist nicht nur Statussymbol oder schönes Beiwerk – seine Wirkmacht geht weit über seine ästhetische Funktion hinaus. Sei es das schutzbringende Amulett, die gerade modische Kette oder auch der Ring des Großvaters, in dem er anwesend scheint: Schmuck entzieht sich der Eindeutigkeit und scheint gerade heute mehr denn je Schnittstellen und Ambivalenzen zu besetzen und zu markieren.

In der 27. Sendung der Kulturwelle widmen wir uns genau diesen Spannungen und wollen etwas genauer nachfragen: Was sagt uns dieses Phänomen, das uns als ästhetischer Gegenstand und zeichenhaftes Statussymbol, als banaler Zierrat und bedeutungsgeladenes Fetischobjekt begegnet? Wie gehen wir heute mit Schmuck um – und was macht der Schmuck mit uns?

Im Studio begrüßen wir dazu den Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Böhme. Wir verfolgen nach, wie und warum ein einfaches geometrisches Schmuckstück wie das Dreieck zum Erkennungsmerkmal des diffusen Sozialtyps »Hipster« aufstieg. Anhand der immer beliebteren Praktik des Umschmelzens von geerbeten Schmuckstücken erkunden wir dann, wie sich Erinnerungskulte mit modischem Anspruch vertragen – und ob wir beim Verhandeln dieser Spannung dem Schmuck nicht vielleicht doch mehr Macht über uns verleihen, als uns geheuer ist.

Schließlich macht auch eine neue Rubrik Premiere. Im Druckerraum des Instituts stellen wir frischgebackenen Absolventen zwischen Papierstau und Tintenflecken die drängende Frage: “Was druckst du?”

Eine Sendung von Constantin Hühn, Nikita Hock und Sebastian Schwesinger

 

 

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Das Buch Von der Reliquie zum Ding von Stefan Laube erschien 2011 im Akademie-Verlag und beschäftigt sich mit der materiellen Kultur des Christentums: ISBN-Suche

Die Dissertation Im Leibe Wohnen von Claudia Benthien liefert einen kulturanthropologischen Querschnitt durch Hautbilder. Sie ist ebenfalls veröffentlicht als Haut. Literaturgeschichte – Körperbilder – Grenzdiskurse in Rowohlts Enzyklopädie: ISBN-Suche

Die Ausstellung Bin ich schön läuft noch bis zum 23. Februar 2014 im Museum für Kommunikation. Das Programm findet sich unter: http://www.mfk-berlin.de/bin-ich-schoen/

 

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Ein Beitrag von Jennifer Weese

Die Eheringe der Großeltern oder die Kette der Mutter: Erbstücke werden häufig weitergereicht und bleiben somit in der Familie.Was damals ein unfassbar wertvolles Stück war, mag heute für viele einfach nur noch ein altes Schmuckstück sein. Doch was, wenn das Schmuckstück nicht gefällt, man Omas Ring aber dennoch behalten möchte, da es mehr als Erinnerungsstück, denn als Wertstück gesehen wird? Wie wird heute mit vererbtem Schmuck umgegangen und welche Bedeutung erfahren solche Erbstücke heute?


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Ausgestrahlt in:
Sich Schön Machen. Vom kulturellen Sinn des Schmückens

Bild: (cc) (Ohne Titel) von Lee Davy

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