MAGAZIN #16 | 30.10.2013 | 88, 4 Mhz

Menschen, Tiere, Transformationen – Eine Gratwanderung

Was unterscheidet Menschen von Tieren: Ist es Kultur, Moral oder Gesetz? Während der Kolonialisierung oder in Freak-Shows wurde dem Fremden immer wieder der Status »Mensch« aberkannt. Anders herum werden Labormäuse in der medizinischen Forschung mit menschlichen Stammzellen humanisiert. Die Grenze zwischen Mensch und Tier war von jeher fließend. In unserer 16. Magazinsendung verfolgen wir die Problematik und die Produktivität einer kulturellen Leitdifferenz: Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier zu welcher Zeit? Und wer überschreitet sie?

Diesen Fragen widmen wir uns während eines Rundgangs durch die Ausstellung »Humanimal« im Tieranatomischen Theater, bei dem uns Katja Kynast und Stephan Zandt begleiten. Beide beschäftigen sich mit der Geschichte der Grenzziehung und des Kontakts zwischen den Arten: Stephan Zandt forscht in seiner Dissertation an der historischen Einordnung der Natur-Kultur-Grenzziehung. Wir erfahren, wie europäische Kolonialherren ihre Vorstellung vom wilden Tier auf die indigene Bevölkerung der eingenommenen Länder übertrugen. Eine weitere Perspektive gibt Katja Kynast: Sie geht dem Stellenwert von Milchkühen in der Gegenwart nach. Sind sie einerseits standardisierte Nutztiere und andererseits umhätschelte Kandidatinnen für Schönheitswettbewerbe? Katja Kynast erkennt in beiden Praktiken logische Überschneidungen.

Darüber hinaus sprechen wir mit der Kuratorin Mona Wischhoff über den Hintergrund der Ausstellung und die aktuellen medizinischen Grenzgänge.

Eine Sendung von Mona Wischhoff

 

 

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