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Afterhour (2016–)

Magazin (2012–2016)

 

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Sie umgeben uns, wann immer wir die Augen öffnen: Farben – zugleich materielle Struktur und physiologischer Effekt; Bedeutungsträger und emotionale Stimulanz. Welche Signale senden uns die Farben? Worin besteht ihr Signal? Gibt es eine unschuldige Farbe? Diese Fragen beleuchten wir in einer Sendung der gesamten Redaktion. Unser Spektrum reicht vom Regenbogen als Symbol der LGBTI-Bewegung bis zu den Farbchakren der Lebensmittel, wir prüfen die Stabilität von Wahrnehmung – wieso beschreibt Homer das Meer der Ägäis als »weinrot«? – und diskutieren, ob farbwandelnde Katzen künftige Generationen vor den Gefahren von Atommüll retten können. Und schließlich die Farbe als Material: Yves Kleins berühmtes Blau lässt sie in absoluter Form erstrahlen. Vantablack hingegen, ein Stoff aus der Oberflächenforschung, verschluckt alles Licht in einem nahezu perfekten Schwarz.

Eine Sendung der gesamten Redaktion

 

 

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Bild: Fade to Black von Kulturwelle

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Wie viele Schritte bin ich heute gegangen? Wie effizient meditiere ich? Um wieviel produktiver werde ich durch ein Stück Butter im Kaffee? Und was sagen meine gesammelten Tippfehler über mein Selbst aus?

Mit Selftracking-Apps und Smartphone-Zubehör sind Fragen wie diese zu alltäglichen Begleitern geworden. Schlanke Fitness-Armbänder messen Puls und Kalorienverbrauch nicht nur beim Sport, sondern auch beim Treppensteigen oder beim Tanzen im Club. Die Selbstvermessung, die viele nur nebenbei betreiben, ist sogar zum Hauptinteresse einer ganzen Bewegung geworden, die sich »Quantified Self« nennt. Nach dem Leitspruch »Selbst-Erkenntnis durch Zahlen« wird versucht, neuen und tieferen Wahrheiten über das eigene Selbst auf die Spur zu kommen. Die philosophische Aufforderung des antiken Orakels: »Erkenne dich selbst« scheint dabei einem Aufruf zur Datenerhebung zu weichen: »Quantify thyself«.

In der Sendung nehmen wir den Trend zur digitalen Selbstvermessung zum Anlass, mit mehr...

unserem Studiogast Antonio Lucci der Kulturgeschichte der Selbstbeobachtung nachzuforschen: Wie sahen frühere Strategien aus, sich dem »Selbst« zu nähern? Welche Selbsttechniken wurden dazu genutzt? Und was ist eigentlich neu am »Quantified Self«? Dabei spielt auch die Geschichte der Messtechnik eine wichtige Rolle, zu der wir die Kulturwissenschaftlerin Anna Echterhölter befragt haben. Ein historischer Blick verrät, dass die Selbstvermessung nicht nur als Mittel der Erfahrung und Emanzipation verstanden werden kann, sondern dass das Verhältnis zwischen dem Selbst und seiner Quantifizierung wesentlich komplexer ist. Die Vermessung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern in einem engen Netz aus Machtbeziehungen und Interessen, das wir in unserer Live-Sendung erkunden.

Eine Sendung von Constantin Hühn, Jann Mausen, Johanna Tirnthal und Alina Topf

 

 

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Bild: L'Uomo Vitruviano von Leonardo da Vinci | Photo von Luc Viatour | Poster von Kulturwelle

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War der Wald lange Zentrum der täglichen Lebensgestaltung vieler Menschen, empfinden vor allem Stadtbewohner inzwischen eine Distanz zu ihm. Annäherungen werden versucht in der Pädagogik, Technik und Kunst. In der Wildnisschule können überreizte Städter das Spurenlesen, die Sprache der Vögel oder das Entfachen eines Feuers ohne technische Hilfsmittel erlernen. Ökologen und Klangforscher hingegen widmen sich der auditiven Entschlüsselung des Waldes durch moderne technische Verfahren.

Wichtig ist dabei das Überschreiten von Grenzen: Des physisch errichteten Waldsaums, aber auch von konstruierten Verständnis- und Sinnesschwellen. Auch der Tod als die Grenze schlechthin wird oft mit dem Wald in Verbindung gebracht. Die Geschichte dieser Verbindung reicht dabei vom Wald der Selbstmörder in Dantes göttlicher Komödie bis zur zunehmend populären Bestattung im Friedwäldern. Der gleichzeitig physisch wie metaphorisch von uns gestaltete Wald lädt schon immer ein zum Gratwandern, Hinübertreten, sich Verändern.

Mit der Kulturhistorikerin Jasmin Mersmann erörtern wir in der 42. Sendung der Kulturwelle, was es mit diesen Schwellen auf sich hat. Wir begeben uns in den Wald, hören in Bäume und Literatur hinein – und spüren so zwischen den Disziplinen den Wurzeln des Waldes als Ortes der Veränderung und Transformation nach. Eine Sendung über das Verhältnis von Waldbild und Umgang mit dem Wald – zwischen Leben, Tod, Lernen und Verstehen.

Eine Sendung von Magdalena Aicher, Anastasia Andersson und Anna Morr

 

 

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Bild: Alexander Zick: Hänsel und Gretel / Gustave Doré: Inferno, Canto 13 von Sven Ladhari (Plakat)

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Niklas Luhmanns Zettelkasten enthält 90.000 Zettel. Er lagert an einem hoch geheimen Ort an der Universität Bielefeld und wird zurzeit digitalisiert. Das Verweissystem zwischen den verschiedenen Zetteln ist so komplex, dass mehrere Wissenschaftler jahrelang mit der Rekonstruktion der Ordnung beschäftigt waren. Noch komplizierter die Zettel des Schriftstellers Arno Schmidt, denen wir einen Beitrag widmen: 120.000 an der Zahl, sind sie geordnet mit Reitern wie “Schöne Stelle. Zerstört”, “Borken” oder “Planeten und Meteore”. Ist das Ordnung oder Chaos?

Warum ordnen wir unsere Wissensbestände und wie? Die 40. Ausgabe der Kulturwelle wirft einige Schlaglichter auf verschiedene Modi der Wissensorganisation in Vergangenheit und Gegenwart. Dazu blicken wir in die Bibliothek von Alexandria genauso wie in die verwirrende Wolke Big Data. Im Live-Gespräch mehr...

mit den Beitragsautor_innen fragen wir, wie Ordnung unser Leben produktiver macht, aber auch wie sie mit Macht zusammenhängt. Dafür haben wir vor der Sendung auch mit Prof. Dr. Christina Vagt, Kultur- und Medienwissenschaftlerin an der HU Berlin, gesprochen. Über den Mythos Big Data und wie versucht wird, ihm organisatorisch gerecht zu werden, sprechen wir mit Dr. Ramón Reichert von der Universität Wien.

Eine Sendung der gesamten Kulturwelle-Redaktion

 

 

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Bild: (cc) Card catalog, Olin Library, Wesleyan University von Joe Mabel auf Wikipedia

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»Menschheitsgeschichte wird Erdgeschichte« – konstatiert ein 2015 erschienener Sammelband. Menschliches Handeln schreibt sich zunehmend in die Erdoberfläche unseres Planeten ein. Das Holozän, das jüngste Zeitalter unserer Erdgeschichte, so scheint es, wird von einem neuen »Menschzeitalter« abgelöst: dem Anthropozän.

In der 39. Sendung der Kulturwelle möchten wir etwas genauer hinsehen. Dazu werfen wir den Blick auf einen vertrauten Ort, der zugleich Zahnrad mehr...

globaler Zusammenhänge ist: Die Küche. Ihr Wirkungsradius hat sich auf auf die Ebene des Anthropozän ausgeweitet: Selbst die Äpfel, die wir früher aus Omas Garten gepflückt haben, werden heute aus Neuseeland eingeflogen und mit begradigten Flüssen bewässert.

Wir laden euch ein, eine geistige Brücke mit uns zu überqueren, die vom Individuum zum Kollektiv, von der Mikroebene zur Makroebene führt. Welchen Bedeutungswandel hat die Küche im Laufe der historischen Entwicklung durchlebt und welchen Einfluss hat der »kochende Mensch« auf seinen Lebensraum? Über diese Fragen sprechen wir mit Julia von Mende, Marc Schleunitz und Karl W. Grosse aus dem Exzellenz-Cluster »Bild Wissen Gestaltung«. Im Projekt »Anthropozän-Küche« arbeiten sie daran, die Küche als Knotenpunkt von Energie- und Ressourcenkreisläufen sicht- und deutbar zu machen.

Eine Sendung von Magdalena Aicher, Anastasia Andersson und Lucas Wija

 

 

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In der Sendung haben wir euch ein Buch über die Entstehung der Esswerkzeuge vorgestellt. Es ist von Bee Wilson und trägt den Titel „Am Beispiel der Gabel. Eine Geschichte der Koch- und Esswerkzeuge“. Erschienen 2014 beim Insel Verlag [dnb]
Für einen schönen Ausflug in Berlin empfehlen wir euch das Freilandmuseum und Biobauernhof „Domäne Dahlem“. Jedes Jahr gibt es große Markfeste auf der Domäne, wie zum Beispiel das Kartoffel- und das Erntefest, oder die Adventsmärkte
Mehr Infos bekommt ihr auf der Webseite www.domäne-dahlem.de

Zum Schluss haben wir uns das „Anthropozän-Projekt“ angeschaut. Auf der Webseite des Haus der Kulturen der Welt könnt ihr alle beteiligten Personen, Künstler, Ausstellungen, Kataloge und Ergebnisse der Forschung in Form einer Enzyklopädie anschauen. Alle Infos zu „Das Anthropozän-Projekt“ und die dazugehörige Enzyklopädie gibt es auf der Webseite: HKW Anthropozän: Ein Bericht

Bild: Plakat von Joshua Klein

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