11.05.2016 | Aktuelle Sendung

ZwischenWald ZwischenWelt. Was suchen wir im Wald?

War der Wald lange Zentrum der täglichen Lebensgestaltung vieler Menschen, empfinden vor allem Stadtbewohner inzwischen eine Distanz zu ihm. Annäherungen werden versucht in der Pädagogik, Technik und Kunst. In der Wildnisschule können überreizte Städter das Spurenlesen, die Sprache der Vögel oder das Entfachen eines Feuers ohne technische Hilfsmittel erlernen. Ökologen und Klangforscher hingegen widmen sich der auditiven Entschlüsselung des Waldes durch moderne technische Verfahren.

Wichtig ist dabei das Überschreiten von Grenzen: Des physisch errichteten Waldsaums, aber auch von konstruierten Verständnis- und Sinnesschwellen. Auch der Tod als die Grenze schlechthin wird oft mit dem Wald in Verbindung gebracht. Die Geschichte dieser Verbindung reicht dabei vom Wald der Selbstmörder in Dantes göttlicher Komödie bis zur zunehmend populären Bestattung im Friedwäldern. Der gleichzeitig physisch wie metaphorisch von uns gestaltete Wald lädt schon immer ein zum Gratwandern, Hinübertreten, sich Verändern.

Mit der Kulturhistorikerin Jasmin Mersmann erörtern wir in der 42. Sendung der Kulturwelle, was es mit diesen Schwellen auf sich hat. Wir begeben uns in den Wald, hören in Bäume und Literatur hinein – und spüren so zwischen den Disziplinen den Wurzeln des Waldes als Ortes der Veränderung und Transformation nach. Eine Sendung über das Verhältnis von Waldbild und Umgang mit dem Wald – zwischen Leben, Tod, Lernen und Verstehen.

Eine Sendung von Magdalena Aicher, Anastasia Andersson und Anna Morr

 

 

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Bild: Alexander Zick: Hänsel und Gretel / Gustave Doré: Inferno, Canto 13 von Sven Ladhari (Plakat)

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Aktuelle Beiträge

Ein Beitrag von Neela Janssen

Viele Methoden der Pränataldiagnostik gehören bereits heute wie selbstverständlich zu einer Schwangerschaft in Deutschland dazu. Das Ziel der Untersuchungen ist dabei klar: Man möchte ein gesundes Kind zur Welt bringen und dabei schon in der Schwangerschaft alles für eine sichere Zukunft des Babys tun.

Eine besonders ambivalente Rolle nimmt dabei der Arzt ein: Ist er nun entziffernder Experte oder reines Sprachrohr für medizinische Daten, Produzent oder Medium von Zukunftswissen? In welchem Verhältnis steht er zu den hoffnungsvollen Eltern, dem geheimnisvollen Labor, der auf Zukunft gerichteten Gesellschaft? Lassen sich hier vielleicht sogar Echos antiker Orakel, ja der alttestamentlichen Propheten erkennen?

Ein Beitrag über aktuelle Techniken der Pränataldiagnostik und ihre Parallelen in vormodernen Techniken der Vorhersage.

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Ausgestrahlt in: »Vor-Sicht! Vor-Sorge!« – Über das Wissen, Gestalten und Verhindern von Zukünften

Bild: The Crystal Ball von John William Waterhouse

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Ein Beitrag von Tina Krell

»Nicht anklopfen!« Oder doch? Ein Abend vor dem Radio. Genüsslich gibt man sich dem medialen Konsum hin. Doch da funkt einer ständig dazwischen, und zwar niemand geringeres als der Frankfurter Professor Theodor W. Ein Mini-Hörspiel zu internalisierten Ideologien und dem Umgang mit der Störung.

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Ausgestrahlt in: Hörigkeit. Medium und Ideologie

Bild: (cc) TV Static Screenshot 2 von Justin March

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Ein Beitrag von Maria Dubova

In den frühen 1960er Jahren geht in der Sowjetunion zum ersten Mal ein buntes Heft von Hand zu Hand. In die Bindung sind papierdünne, abspielbare Flexidiskplatten eingelassen: Die Schallplatten-Rundschau, russischer Titel Krugozor.

Einmal aufgeschlagen, präsentierte das multimediale Magazin den Lesern und Zuhörern eine seltsame Mischung: Leninreden fanden hier Platz neben gesungenen Reportagen bekannter Liedermacher; ethnographische Aufzeichnungen vom Rand des Imperiums teilten sich die Nadelspur mit ideologisch suspekter, aber umso beliebterer Westmusik.

Wie kam es zu dieser seltsamen Mischung aus „multimedialer Bildung für das ganze Volk“ und staatlich verordneter Propaganda? Wer hat den Krugozor gestaltet, wer hat ihn gehört – und wie? Eine kleine Spurensuche mit Unterstützung ehemaliger Fabrikarbeiter, nostalgischer Redakteure und passionierter Amateursammler, vom Dachboden der Großeltern bis in Schallplattenarchive in Moskau.

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Ausgestrahlt in: Hörigkeit. Medium und Ideologie

Bild: Обложка журнала „Кругозор“ апрель 1970 von Andshel auf Wikipedia

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Ein Beitrag von Jürg Andreas Meister

Woher kommt der Mensch, wohin geht er? Sicher ist nur, wie er geht – nämlich zu Fuß. Doch immer mehr Technologien machen unsere Beine überflüssig und unser Leben geschmeidig. Eine akustische Spurensuche.

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Ausgestrahlt in: Mythen des Alltags. Eine akustische Buchinterpretation nach Roland Barthes

Bild: (cc) Selsley Common von Andy Waker

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Ein Beitrag von Constantin Hühn

In den 1950er Jahren entstand in Frankreich eine neue populistische Bewegung: der Poujadismus, so benannt nach seinem Gründer und Anführer Pierre Poujade. In den ‚Mythen des Alltags‘ kommt Roland Barthes immer wieder entmystifizierend auf das Auftreten und die Denkfiguren dieser Bewegung zu sprechen. An zentraler Stelle dieser Auseinandersetzung steht das Konzept des „gesunden Menschenverstands“. Der Beitrag zeichnet Barthes Analyse dieser „Philosophie des Kleinbürgertums“ nach und zeigt ihre Kontinuitäten wie Brüche im Hier und Heute auf.

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Ausgestrahlt in: Mythen des Alltags. Eine akustische Buchinterpretation nach Roland Barthes

Bild: (cc) Communes, Law & Common Sense von Chris Drumm

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